Was ist ein Digitaler Zwilling

Ein Digitaler Zwilling ist das digitale Abbild einer Kommune. Er visualisiert sie auf eine sehr realitätsnahe Art und Weise und gleichzeitig ist er hilfreich um Analysen, Simulationen als auch Was-Wäre-Wenn-Szenarien durchzuführen. So kann man sich beispielsweise fragen, wie wir neuen Wohnraum schaffen ohne neue Flächen zu versiegeln. Zudem können Bauvorhaben vermieden oder/und Schutzmaßnahmen simuliert werden, wo ein Jahrhunderthochwasser droht. Auch können Digitale Zwillinge Verkehrswege analysieren und etwaige Barrieren darstellen. Die Beispiele zeigen, dass ganz unterschiedliche Fragestellungen bearbeitet und neu durchdachte Entscheidungen in der Stadtentwicklung herbeigeführt werden können.

Dies ist möglich, weil im Digitalen Zwilling ehemals abgeschirmte kommunale Datenbanken und Anwendungen zusammengeführt werden. Auch Berichte und Analysen können darin abgebildet werden. Dadurch führt der Zwilling zu mehr Vernetzung und mehr Transparenz. Beides sind Grundlagen, um komplexe und sich ständige ändernde Umstände zu verstehen. Auch können wir dadurch ableiten, welches Handeln uns am besten für die Zukunft wappnet.

Warum ein digitaler Zwilling für den Markt Weisendorf?

Der Digitale Zwilling für den Markt Weisendorf soll sich in Zukunft zum digitalen Herzstück unserer Gemeinde entwickeln. Wir werden ihn nutzen, um für unsere Herausforderungen vor Ort effizientere, innovativere und umweltfreundlichere Lösungen zu entwickeln.

In Weisendorf gibt es drei komplett voneinander getrennte Zwillinge, da der Zwilling auch schützenswerte Daten (z.B. zur kritischen Infrastruktur) enthält. Der „Bürgerzwilling“ ist jener, der für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung steht und den Sie hier [Markt Weisendorf - Digitaler Zwilling] einsehen können. Der „Ratszwilling“ dient den politischen Vertretern der Kommune und der „Verwaltungszwilling“ umfasst alle Daten und ist – je nach Anwendungsbereich – unterschiedlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Bauhofs und der Verwaltung zugänglich.

Wofür wird der Digitale Zwilling bei dem Markt Weisendorf genutzt?

Die Anwendungsbereiche des digitalen Zwillings sind sehr breit und deren Entwicklung wird sich wahrscheinlich nie ausschöpfen. Zum aktuellen Zeitpunkt bietet der Bürgerzwilling eine Vielfalt an öffentlich zugänglichen Informationen. Sie finden dort allgemeine Ortsinformationen unter anderem zu Bildung, Kultur, Parken, Straßenbeleuchtung, Bauflächen und Baulücken. Auch Bebauungspläne, Informationen zu Friedhöfen, Infrastruktur, Baumkataster und vieles mehr werden im Bürgerzwilling visualisiert.

Das Besondere am Zwilling ist, dass er uns auch beim Treffen von Entscheidungen hilft. Hier ein paar Beispiele:

•       Der Winterdienst nutzt den Zwilling im Winter und weiß zeitgenau, wo Streusalz fehlt.   Das spart unnötige Wege und damit kostbare Zeit.

•        Sollten Sie auf Ihrem Grundstück beabsichtigen zu bauen, dann können Sie im Digitalen Zwilling selbstständig auf der Karte eine einfache Planung durchführen. Auch einen Schattenwurf nach Tages- und Jahreszeit können Sie im Digitalen Zwilling simulieren.

•       Diese einfache Planung könnte Architekten*innen, Planer*innen und Bauunternehmen aufgreifen und Ihr zukünftiges Zuhause virtuell vorbauen, sodass es sich optimal in die Umgebung einfügt. Der Zwilling liefert den Planern umfangreiche Informationen, die es Ihnen ermöglichen Auswirkungen von Baumaßnahmen bereits im Vorfeld abzuschätzen. Das kann die Baukosten deutlich senken und auch Zeit sparen.

Solche Planungsgrundlagen sind auch für den Bau an öffentlichen Infrastrukturen, wie Straßen oder Leitungsverlegungen sehr hilfreich. Wir können den Zwilling also auch verwenden, um Baustellen besser zu planen und die Kommunikation mit Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, zu verbessern. Hier finden Sie weiterführende Informationen zu dem Projekt, welches genau solche Planungen ermöglicht: https://www.digitale.planung.bayern.de/modellprojekt/index.php.

Sie sehen also, dass unsere Verwaltung dank des Zwillings wirksamere Entscheidungen treffen kann, die Zeit, Geld und Ressourcen sparen wird. Wir schaffen damit immer bessere Service-Angebote – unabhängig der Öffnungszeiten, und zwar 24 h/7 T. Zudem können wir Sie, die Bürgerinnen und Bürger, dank der Visualisierungen besser in Entscheidungen einbinden. Sie werden dies bald bei Themen rund um Klimaschutz, Städtebauförderung und Stadtentwicklung sehen.

Was plant der Markt Weisendorf in Zukunft mit dem Digitalen Zwilling zu tun?

Unsere Gemeindeverwaltung ist immer in Bewegung. Auch wenn wir immer noch mit der Finalisierung des Zwillings beschäftigt sind, treiben uns bereits folgende Zukunftsprojekte um.

•          Die Firma Riwa GmbH bietet im Winter 2023/24 für den Gemeinderat eine Schulung zur Nutzung des digitalen Zwillings.

•          Im Moment werden Befliegungsdaten in den Zwilling eingearbeitet. Dadurch sieht das digitale Abbild der Gemeinde noch realitätsnäher aus.

•          Zu Jahresbeginn 2024 werden Tutorials zur Verfügung gestellt. Diese helfen interessierten Nutzern*innen, um den Digitalen Zwilling besser zu verstehen und eigenständig bedienen zu können. Die Tutorials erscheinen zur gleichen Zeit wie ein Update zum Zwilling, welches auch verbesserte Nutzermöglichkeiten bieten wird.

•          Wie Sie vielleicht wissen, besteht in der Vorstadtstraße häufig das Problem, dass Rettungswagen und Feuerwehr nur schwer durchfahren können. Wir möchten verstehen, wie wir das Problem lösen können und werden deshalb eine Verkehrszählung durchführen.

•          In einigen Monaten können die Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter den Markt mit 3D-Brillen virtuell begehen. Auf diese Weise können Entscheidungen über Bauleitpläne und Bauanträge optimiert und Fehler, die normalerweise erst im Prozess des Bauens sichtbar werden, vermieden werden.

•          Wir möchten den Erhalt unseres Stadtgrüns noch besser sichern und dabei möglichst wenig Wasser verbrauchen. Dafür planen wir Sensoren an ausgewählten Bäumen im Schlossgarten zu verbauen. Die Informationen dienen insbesondere dem Bauhof, der in Zukunft unsere Bäume nur noch nach Bedarf bewässert.

•          Es wird ein Dashboard geben, welches Wasserstände und den kommunalen Wasserverbrauch anzeigt.

•          Im nächsten Jahr beabsichtigt die Gemeinde eine Wärmeplanung durchzuführen. Der entsprechende Zuschussantrag wurde gestellt und die Aussage steht noch aus.

•          Wir haben uns bei dem Forschungsprogramm Stadtverkehr beworben. Hier schauen wir uns die Verkehrsströmungen an, um Situationen für die verschiedenen Verkehrsteilnehmer zu optimieren. Die Entscheidung wird voraussichtlich im Frühjahr 2024 fallen.

•          Starkregenereignisse wie die im Ahrtal können verheerende Folgen haben. Die Marktgemeinde möchte vor solchen extremen Ereignissen geschützt sein. Deswegen haben wir einen Förderantrag gestellt, um wirkungsvolle und zugleich wirtschaftliche Maßnahmen zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement zu entwickeln. Die Entscheidung wird voraussichtlich im Frühjahr 2024 fallen.

„Mit dem Digitalen Zwilling gehen wir einen enormen Schritt in Richtung Zukunft. Denn dank dieses digitalen Werkzeuges können wir anspruchsvolle Projekte auf Grundlage von Daten umsetzen. Das wird uns die Sicherheit geben, dass das, was wir planen auch funktioniert – und zwar langfristig.“

Zitat des Ersten Bürgermeisters Karl-Heinz Hertlein

Markt Weisendorf ist in Digitalisierungsthemen Vorreiter

TwinBy-Projekt

Markt Weisendorf ist eine von 18 Fördernehmern des TwinBy-Projektes. Es handelt sich hierbei um ein Fördervorhaben vom Bayerischen Staatsministerium für Digitales, welches Bayerischen Kommunen beim Aufbau individueller Digitaler Zwillinge anhand konkreter Anwendungsfälle unterstützt. Das Projekt wird geleitet vom Daten-Kompetenzzentrum Städte und Regionen (DKSR). Genauere Informationen zum TwinBy-Projekt finden Sie hier [Startseite - TwinBy].

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Modellkommune für XPlanung

Die Bauplanung ist oft aufwendig und zeitintensiv. Wie man Verfahren zu Bebauungs- und Flächennutzungsplänen effizienter gestalten kann, damit beschäftigt sich das Modellprojekt „Digitale Planung Bayern-XPlanung“. Markt Weisendorf ist eine von 15 geförderten Kommunen und wurde nun zum Kompetenzpartner „Digitale Planung Bayern“ vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr ernannt. [LINK zu XPlanung]

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"Bei der Entwicklung von digitalen Lösungen für Markt Weisendorf inspiriert mich Albert Einstein. Ganz nach dem Motto "Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben" - möchte ich die Kommune und die Verwaltung zukunftsfähig machen.“

 Eva Fröhlich Geschäftsleitung von Markt Weisendorf

 

Erklärvideos

In den nächsten Monaten werden hier Erklärvideos erscheinen, die Ihnen die Funktionen des Zwillings veranschaulichen.

Häufig gestellte Fragen

Wozu brauche ich einen Zwilling?

Die Anwendungsfelder eines Zwillings sind vielfältig und fast unerschöpflich. Welche Projekte Weisendorf angehen möchte, sind in einem separaten Abschnitt [„Wofür wird der Digitale Zwilling…“ und „Was plant der Markt  ...“] beschrieben. Weitere Beispiele zeigt das TwinBy-Projekt des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales.  [Startseite - TwinBy].

Handelt es sich bei den Daten um Echtzeit-Daten?

Aktuell verwenden wir im Digitalen Zwilling nur statische Daten. Einige der o.g. Projekte werden Echtzeitdaten über Sensoren einbinden. Das betrifft beispielsweise die Zählung der Verkehrsteilnehmer und die Bodenfeuchtigkeitsmessung.

Wer hat Zugriff auf den Zwilling?

Es gibt 3 unterschiedliche Zwilling mit unterschiedlichen Berechtigungen. Der „Bürgerzwilling“ ist jener, der für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Er ist über diesen Link zu erreichen: Markt Weisendorhttps://dz.weisendorf.de f - Digitaler Zwilling. Der „Ratszwilling“ dient den politischen Vertretern der Kommune und der „Verwaltungszwilling“ umfasst alle Daten und ist – je nach Anwendungsbereich – unterschiedlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Bauhofs und der Verwaltung zugänglich.

Ist die kritische Infrastruktur geschützt? Was kann man sehen?

Die Daten zur kritischen Infrastruktur (Wasser, Kanal, Strom, Breitband) befinden sich ausschließlich im „Verwaltungszwilling“ auf den lediglich eine beschränkte Zahl an Mitarbeitenden Zugriff hat. Es besteht keine Verbindung zu dem Ratszwilling oder dem Bürgerzwilling.

Wie wirkt sich der Digitale Zwilling auf die Personalsituation in der Kommune aus?

Unsere Verwaltung leidet unter Personalmangel und auch die hohe Belastung ist häufig eine Herausforderung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Zwilling soll diese Belastung reduzieren. Das tut er, indem sich Arbeitsabläufe effizienter durchführen lassen. Auch wird das Arbeitsumfeld attraktiver, denn die Arbeit mit dem Digitalen Zwilling macht Spaß.

Welche Kosten hat der Digitale Zwilling verursacht?

Der Zwilling baut auf die bestehende IT-Infrastruktur der Gemeinde auf und integriert damit bereits eine Vielzahl der bestehenden Informationen aus den Modulen und Anwendungen der Fachabteilungen. Für deren Integration in den Zwilling hat die Gemeinde (Stand November 2023) 80.000€ einschließlich Befliegung und Beratungskosten bezahlt.

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